Auch die Industrie 4.0 speichert on-Prem

Beitrag von Dr. Dietmar Müller

Chefredakteur Beyond Buzzwords

25. Januar 2026

Moderne Zeiten bringen moderne Storage-Lösungen mit sich, und die kommen zunehmend aus der Cloud. Doch auch die Industrie 4.0 benötigt souveräne Daten, die im Notfall schnell wiederhergestellt werden müssen.

Der deutsche Mittelstand will und muss seine Daten „souverän“ halten, das bedeutet auch im Zeitalter von skalierbaren Cloud-Speichern in der Regel zuhause im eigenen Rechenzentrum. Gerade bei kritischen Daten stellt sich nämlich die Frage, ob man wirklich Kontrolle an Dritte abgeben will. Nur on-Premises bietet unmittelbaren Zugang, physische Kontrolle und – richtig eingerichtet – blitzschnelle Wiederherstellung.

Letzteres ist neben der Souveränität ein gewichtiges Argument: Im Ernstfall kann ein Terabyte Daten aus lokalen Backups binnen weniger Stunden wiederhergestellt werden, wohingegen derselbe Vorgang über das Internet einen vollständigen Tag oder länger dauern kann – insbesondere bei großen Datenmengen. Das ist keine Option für ein Unternehmen der Industrie 4.0.

 

Vorteile lokaler Speicherlösungen in Zero Loss-Strategien

Die Datenhaltung im eigenen Haus bietet viele Vorzüge. Zunächst einmal besteht keine Abhängigkeit vom Internet, auch die Recovery-Zeiten (RTO) schrumpfen drastisch, können doch lokal gespeicherte Daten signifikant schneller wiederhergestellt werden. Unternehmen behalten die volle Hoheit über den Standort und den Zugriff auf die Daten. Dies ist entscheidend für Branchen wie Gesundheitswesen, Justiz oder Verwaltung, deren regulatorische Anforderungen und Compliance-Vorgaben streng sind.

Systeme wie Silent Bricks oder Silent Cubes bieten manipulationssichere Speicherung im WORM-Modus und schützen effektiv vor Ransomware. 90 Prozent der Unternehmen fehlen laut Marktanalysen noch zentrale Storage-Features wie Hochverfügbarkeit oder manipulationssichere Speicherung.

Nach einmaliger Anschaffung sind lokale Speichersysteme laut Roland Stritt, CRO beim deutschen Hard- und Softwarehersteller FAST LTA, zudem oft günstiger als reine Cloud-Lösungen, da laufende Gebühren für Übertragung und Miete entfallen. Die Integration sei durch Anbindung an gängige Backup-Software wie Veeam, Commvault oder Rubrik einfach. Vorteilhaft seien auch die hybriden Einsatzmöglichkeiten. On-Prem bedeute nicht „entweder/oder“ – es biete sich vielmehr eine Kombination aus Zugriffsgeschwindigkeit lokaler Speicher mit der Ausfallsicherheit externer Backups oder Cloud-Diensten (beispielsweise nach der 3-2-1-Regel) an.

Moderne Speichersysteme ermöglichten der Industrie 4.0 eine nahtlose Integration von lokalen, ausgelagerten und Cloud-basierten Komponenten. Dabei seien Investitionen in Technologien wie Air Gap, Immutability und leistungsstarke Schnittstellen von Vorteil.

  

Fazit: Mehr Resilienz, Sicherheit und Innovationskraft

Die Bedeutung lokaler Datenspeicherung für die Industrie 4.0 mit ihrer Zero Loss-Strategie ist nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und wirtschaftlich von aktuellen Marktanalysen, Reports und Nutzerbefragungen eindeutig bestätigt. Unternehmen mit ausgereiften, resilienten Speicherinfrastrukturen profitieren nachweislich von kürzeren Ausfallzeiten, höherer Sicherheit und mehr Innovationsfreiheit. Die Stabilität lokaler Speicher ist – im Zusammenspiel mit hybriden Ansätzen – ein Schlüsselfaktor für Datenschutz und digitale Wettbewerbsfähigkeit.

 

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