Circular Supply Chains sind keine Nachhaltigkeitsprojekte mehr, sondern markieren eine knallharte Industriestrategie, der praktisch alle Wirtschaftskapitäne folgen wollen. Doch es hapert bei der Umsetzung, wie eine neue Studie von Bain & Company und dem Weltwirtschaftsforum zeigt.
Eine neue Studie von Bain & Company in Kooperation mit dem Weltwirtschaftsforum zeigt einen Paradigmenwechsel auf: Die Kreislaufwirtschaft ist kein reines Nachhaltigkeitsprojekt mehr, sondern eine knallharte Industriestrategie. Der Report mit dem Titel „The Secret to Scaling Circular Supply Chains“ legt aber auch offen, dass zwar 95 Prozent aller Führungskräfte die Kreislaufwirtschaft für die nächsten drei Jahre als kritisch für ihr Geschäft einstufen, aber nur knapp 20 Prozent tatsächlich über die Lieferketten-Kapazitäten verfügen, um diese Modelle auch im großen Stil umzusetzen.
Die Mehrheit der Unternehmen steckt in einer „Pilot-Falle“ fest. Sie führen zwar lobenswerte Einzelprojekte durch – oft beschränkt auf Recycling oder Abfallmanagement –, verpassen es aber, ihre gesamte Supply-Chain-Architektur auf die Rückgewinnung von Werten auszulegen. Laut Befragung von 400 führenden Organisationen sind über 55 Prozent der Initiativen lediglich auf das Ende des Lebenszyklus (End-of-Life) fokussiert, anstatt das Produktleben strategisch zu verlängern.
Das Geheimnis der Skalierung: Drei strategische Leitlinien
Die oberste Erkenntnis der Studie ist, dass erfolgreiche Kreislaufwirtschaft nicht bedeutet, „einfach mehr“ zu machen, sondern die Lieferkette neu zu gestalten, um Variabilität aufzufangen und den Wert über mehrere Produktleben hinweg zu sichern. Marktführer folgen dabei drei klaren Prinzipien: