Die KI wird Belegschaft und Management versöhnen

Beitrag von Dr. Dietmar Müller

Chefredakteur Beyond Buzzwords

24. März 2026

Eine neue Studie belegt eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Belegschaft und denen des Managements. Wieder einmal soll es eine neue Technologie richten, aber die künstliche Intelligenz hat noch nicht jede Führungskraft erreicht.

Wer schon länger in der Branche arbeitet weiß, dass jede neue Technologie verspricht, „jetzt aber wirklich“ das eine oder andere schon länger vorhandene Problem zu lösen. Social Media sollte genau wie Collaboration-Tools dazu führen, dass wir alle enger und damit erfolgreicher interagieren, Smartphones sollten uns freier machen, eine Service-orientierte Architektur die Firmen auf den Kopf stellen, etc. etc. Nun ist es an der künstlichen Intelligenz (KI), das Verhältnis der Belegschaft zur Geschäftsführung zu harmonisieren. Dazu hat das Beratungsunternehmen Akkodis eine diese These unterfütternde Studie veröffentlich.

Das Werk mit dem Titel „The capability curve: Building the next generation digital enterprise“. Basiert auf Befragungen von über 2.000 Führungskräften, darunter 500 CTOs, und 37.500 Mitarbeitern weltweit. Das Ergebnis: „Die KI-Transformation dreht sich nicht nur um Technologie, sondern betrifft auch Menschen, Vertrauen, Strukturen und gemeinsame Fähigkeiten“, so Jo Debecker, President und CEO von Akkodis. „Diese Studie macht deutlich, dass der Optimismus der Mitarbeiter mit systemweitem Vertrauen der Führungsebene in Einklang gebracht werden muss. Nur so verwandeln Unternehmen Experimente in nachhaltige Leistungsfähigkeit.“

 

Zentrale Ergebnisse der Studie
Vertrauenslücke zwischen Mitarbeitenden und Führung

75 Prozent der Mitarbeiter geben an, dass ihre Führungskräfte über ausreichende KI-Kenntnisse verfügen - deutlich mehr als 2024 (46 Prozent). Gleichzeitig zeigen sich nur 62 Prozent der Führungskräfte sicher in ihrer KI-Implementierungsstrategie, ein Rückgang um 20 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

    • Qualifikationslücken bremsen die Skalierung

CTOs nennen Skill-Gaps weiterhin als größte Transformationsbremse. Dennoch setzen lediglich 20 Prozent Technologien ein, um die Qualifikationsentwicklung der Mitarbeiter systematisch zu erfassen oder zu unterstützen.

    • Produktivität und Sinnhaftigkeit

Mitarbeiter sparen durch KI inzwischen rund zwei Stunden pro Tag ein - doppelt so viel wie 2024. Diese Zeit fließt vor allem in strategische Arbeit, kreatives Denken und Problemlösung.

    • Resiliente Skalierung mit Fokus auf Weiterentwicklung

57Prozent der CTOs erwarten in den kommenden fünf Jahren einen Rückgang der Belegschaft. Gleichzeitig planen 59 Prozent, Mitarbeiter intern neu auszurichten - ein deutliches Zeichen für eine vorausschauende und nachhaltige Weiterentwicklung der Belegschaft.

Von der Erkenntnis zur Umsetzung

Diese Studie beschreibt sechs Maßnahmen, um KI-vertrauenswürdige Unternehmen aufzubauen:

    • Optimismus in gemeinsame Ausrichtung überführen
    • Kompetenzen partnerschaftlich neu denken
    • KI als Führungsinstrument etablieren
    • Vertrauen in hybride Arbeitsprozesse integrieren
    • Systeme souverän skalieren
    • Eine Kultur gemeinsamer Verantwortung schaffen

Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen stellen Unternehmen sicher, dass Menschen nach dem sogenannten „Human in the loop“-Prinzip bei jeder Einführung und Anwendung von KI eingebunden bleiben - ein entscheidender Faktor für eine langfristig erfolgreiche digitale Transformation.

 

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