43 Prozent der deutschen Büroangestellten nehmen Zombie-Projekte mit ins neue Jahr, doch diese führen zu Stress und sinkender Motivation. Endgültig beerdigen lassen sich solche Untoten am ehesten mit künstlicher Intelligenz.
Der Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag nach Pausen wie die zwischen Weihnachten und Neujahr fällt vielen Berufstätigen schwer: Die Erschöpfung nach den Feiertagen kombiniert mit dem Rückstau an unerledigten Aufgaben aus dem Vorjahr macht dies zu einer herausfordernden Zeit. Besonders belastend sind dabei sogenannte „Zombie-Projekte“ – Projekte, die scheinbar nie abgeschlossen, immer wieder angestoßen werden und Ressourcen verbrauchen, ohne Ergebnisse oder messbaren Nutzen zu liefern.
Laut einer Studie von Atlassian haben 43 Prozent der Büroangestellten in Deutschland solche Projekte von ihrer To-do-Liste ins neue Jahr mitgenommen. Gerade da in 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland ein erheblicher Teil der Projekte bereits zum Jahresende unvollständig bleibt, summieren sich die unerledigten Aufgaben zu Jahresbeginn weiter. Das bedeutet nicht nur eine individuelle Belastung, sondern beeinträchtigt die Effizienz ganzer Teams und steht einem produktiven Start ins neue Jahr im Weg.
Untote Projekte: Eine heimliche Belastung für Teams
Zombie-Projekte können auf den ersten Blick harmlos wirken, doch sie ziehen spürbare Auswirkungen mit sich, die Mitarbeiter und Teams nachhaltig belasten. So fühlt sich laut Atlassian-Studie mehr als ein Drittel (37 Prozent) der deutschen Büroangestellten durch solche Projekte gestresst oder überfordert. Fast ein Drittel (31 Prozent) gibt an, dass ihre Zufriedenheit und Motivation im Job darunter leiden. Ebenso viele haben das Gefühl, dass ihre eigene Produktivität dadurch sinkt. Auch auf Teamebene hinterlassen die untoten Initiativen ihre Spuren: Mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Befragten gibt an, dass sich Zombie-Projekte negativ auf die Effizienz ihres Teams auswirkt, da sie dazu führen, dass Arbeit doppelt erledigt wird. 23 Prozent haben Angst, dass ihr Team ein Burnout erleiden könnte, und genauso viele geben an, dass Deadlines anderer wichtiger Projekte zugunsten von Zombie-Projekten verpasst werden.
Warum sterben diese Projekte nicht?
Zombie-Projekte halten sich oft hartnäckig und rauben Teams sowohl Energie als auch Ressourcen. Einer der häufigsten Gründe hierfür sind unklare Kriterien: Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gibt an, dass sie nicht wissen, wann ein Projekt offiziell beendet werden darf. 30 Prozent wollen Projekte nicht abbrechen, da bereits zu viel Zeit und Ressourcen investiert wurden. Hinzu kommt die Angst vor einer negativen Wahrnehmung: 29 Prozent geben zu, dass sie Projekte nicht abbrechen, weil sie befürchten, dass es wie Scheitern wirken könnte. Solche Unklarheiten und Ängste verhindern nicht nur den Abschluss von Projekten, sondern führen dazu, dass viele Initiativen unnötig Ressourcen binden und den Start ins neue Jahr zusätzlich erschweren.
Schluss mit Altlasten – fokussiert ins neue Jahr
Wie könnte es besser gehen? Dafür braucht es vor allem eines in der Unternehmenskultur: die Erlaubnis zum Loslassen. Projekte nicht weiterzuführen, wenn sie keinen Mehrwert mehr liefern, darf nicht als Scheitern gesehen werden, sondern als strategische Entscheidung. Wer auslaufende Initiativen bewusst beendet – oder sogar ihren Abschluss feiert – schafft Raum für neue Ideen, Innovationen und Chancen und legt den Grundstein für einen fokussierten Start ins neue Arbeitsjahr.
Dabei kann Künstliche Intelligenz (KI) einen praktischen Lösungsansatz bieten: Mehr als die Hälfte der deutschen Büroangestellten (51 Prozent) stimmt zu, dass ein KI-Agent, der sie bei der Einordnung unterstützt, welche Projekte wieder aufgegriffen und welche endgültig eingestellt werden sollten, den Start im Januar effizienter machen würde. Besonders hilfreich sind für 35 Prozent der Befragten Funktionen, die einen schnellen Überblick über das schaffen, was sie während ihrer Abwesenheit verpasst haben. Darunter fällt beispielsweise das Zusammenfassen von E-Mail-Verläufen, geänderten Prioritäten oder verschobenen Terminen. Weitere 32 Prozent sehen einen Vorteil darin, wenn KI auf Basis ihrer Kalender realistische Zeitpläne erstellt.
Genauso viele finden es hilfreich, wenn KI automatisch To-dos aus E-Mails extrahiert und schnelle Antworten verfasst. „Wenn Teams KI gezielt in ihre Arbeitsabläufe einbinden, kann sie ihnen dabei helfen, den Überblick zu behalten und bessere Entscheidungen zu treffen“, meint Sven Peters, AI Evangelist bei Atlassian. „Die Verantwortung liegt dabei immer beim Menschen. Nur wer bewusst entscheidet, welche Projekte weitergeführt und welche beendet werden, schafft Raum für Neues und kann mit klaren Prioritäten strukturiert ins neue Jahr starten.”
Methodik:
Censuswide hat im Auftrag von Atlassian vom 8. Dezember bis zum 16. Dezember 2025 weltweit insgesamt 8.007 Büroangestellte aus den USA, Australien, Indien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien zu den Auswirkungen von unabgeschlossenen Projekten in ihren Unternehmen befragt. Aus Deutschland wurden 1000 Büroangestellte befragt.
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