KI-Agenten werden nicht nur die IT-Infrastrukturen, sondern auch das Zahlungsverhalten von Menschen ändern – und Unternehmen müssen sich darauf vorbereiten. Die „Mastercard Payment Pulse 2025“- Studie von GfK lehnt sich weit aus dem Fenster.
Viele Deutsche bezahlen digital und kontaktlos, jeder Dritte (34 Prozent) hat in den vergangenen 12 Monaten Smartphone oder Smartwatch an der Kasse genutzt. Künftig werde sich Shopping noch stärker in Richtung innovativer Technologien und künstlicher Intelligenz (KI) entwickeln. Das prognostiziert die repräsentative GfK-Studie „Mastercard Payment Pulse 2025“. Demnach haben schon heute 39 Prozent der Konsumenten KI beim Shopping genutzt oder können sich vorstellen, Einkäufe im Netz durch KI-Agenten erledigen zu lassen. Unter den 30- bis 39-Jährigen steigt dieser Wert auf mehr als die Hälfte (56 Prozent). In unserer hippen und regierungsnahen Hauptstadt Berlin gar 61 Prozent.
Bezahlen in Deutschland: digital, kontaktlos, smart
Laut GfK-Daten glaubt ein Viertel der Bevölkerung (26 Prozent), dass es in fünf Jahren normal sein wird, KI-Agenten für Einkäufe einzusetzen. Jeder Fünfte (20 Prozent) erwartet, dass virtuelle Shopping-Beratung durch Avatare oder KI künftig Teil des normalen Einkaufserlebnisses sein wird.
Da trifft es sich, dass erst kürzlich die ersten autonomen Käufe über KI-Agenten erfolgreich über das Mastercard-Netzwerk abgewickelt wurden: Mit „Agent Pay“ hat das Unternehmen eine Plattform vorgestellt, die neue Sicherheits- und Authentifizierungsstandards für KI-basierte Transaktionen setzt. Gleichzeitig unterstützt die Lösung Händler, indem sie KI-Agenten in bestehende Zahlungssysteme integriert.
„Wir bewegen uns hin zu einer Welt, in der Verbraucherinnen und Verbraucher Einkäufe an KI-Agenten delegieren, die sich nahtlos mit Apps und Daten vernetzen und Identität und Zahlungen selbst verwalten, ohne die Sicherheit sensibler Informationen zu gefährden“, so Dr. Peter Robejsek, Geschäftsführer bei Mastercard Deutschland.
Deutsche bereit fürs Einkaufen ohne Kassiervorgang?
Der Generation X ist noch sehr bewusst, das Bargeld Freiheit bedeutet, weil dessen Weitergabe von staatlicher Seite weitgehend nicht kontrolliert werden kann. Wer nur mehr digitale Zahlmittel anwendet, macht sich verwundbar für Übergriffe. Auch der Datenschutz spielt bei diesen Zeitgenossen eine große Rolle. Dieses Bewusstsein scheint in den nachfolgenden Generationen Y und Z stark jedoch zu erodieren. Entsprechend wird sich das durchschnittliche Einkaufsverhalten künftig ändern. Die Studie erklärt uns: Mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) könne sich heute schon vorstellen, in Geschäften ohne Kassiervorgang einzukaufen - also zum Beispiel über Systeme, bei denen Einkäufe per Gesichtserkennung automatisch zugeordnet und abgerechnet werden. Unter den 30- bis 39-jährigen finde jeder Zweite (51 Prozent) diese Möglichkeit interessant.
Überhaupt stünden die Deutschen der Nutzung biometrischer Merkmale beim Einkauf offener gegenüber als in früheren Jahren. Jeder Dritte (33 Prozent) habe bereits Fingerabdruck oder Gesichtserkennung für die Bezahlung verwendet, in der Generation Z (18 bis 29 Jahre) jeder Zweite (52 Prozent). Vor drei Jahren seien es lediglich 26 Prozent aller Deutschen gewesen.
Selbstbedienungskassen in Supermärkten akzeptieren laut Studie mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Bevölkerung – etwas, das der Autor dieses Artikels nicht aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Besonders wichtig wäre den Befragten laut GfK dabei die Möglichkeit, den gesamten Korb auf einmal zu scannen (35 Prozent), eine einfache Bedienung (32 Prozent) und eine automatisierte Altersverifikation (21 Prozent). Angeblich spielt auch das Thema Nachhaltigkeit beim Bezahlen zunehmend eine Rolle: Ein Viertel (26 Prozent) wünscht sich laut Studie Bezahlkarten aus umweltfreundlichen Materialien statt aus Plastik. Und einem fest verbundenen Deckel, vermutlich.
Was Unternehmen ernst nehmen sollten: Laut der Untersuchung erwarten neun von zehn Menschen in Deutschland (91 Prozent) digitale Zahlungsangebote im Handel. Unter den 18- bis 29-jährigen seien es 96 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen nur jeder Zweite (51 Prozent). Sieben von zehn (69 Prozent) bezahlen kontaktlos, mehr als drei Viertel von ihnen (78 Prozent) mindestens einmal pro Woche. Ein Drittel (34 Prozent) der Bevölkerung nutzt Smartphone oder Smartwatch an der Kasse; unter jungen Menschen (18 bis 29 Jahre) beträgt der Anteil über 57 Prozent. Darauf müssen sich Anbieter aller Couleur auf jeden Fall einstellen, danach dann auf die Agenten und die Gesichtserkennung.
Über die Studie
Im Auftrag von Mastercard hat GfK im Zeitraum vom 16. bis 20. Oktober 2025 eine angeblich repräsentative Stichprobe von 1.004 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren online befragt. Die Studie wird seit 2018 jährlich durchgeführt.
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