Monolithische SPS-Programme machen Ärger in Form von Seiteneffekten, hoher Re-Validierung sowie Stillstand und Abhängigkeit von einzelnen Experten. Wer Prozesslogik und Aktorik eng verdrahtet, zahlt bei jeder Anpassung doppelt. Die Lösung: atomare Skills kapseln und die dynamische Logik nach oben verlagern.
In gewachsenen Brownfield-Anlagen gleicht der SPS-Code häufig einem dicht verstrickten Netz. Prozessfolge, hardwarenahe Aktorik-Ansteuerung, Fehlermeldungen und die Kommunikation zu HMI- oder IT-Systemen sind in monolithischen IEC-61131-Programmen eng miteinander verdrahtet. Was historisch als ressourcenschonend galt, entwickelt sich bei jeder Anlagenanpassung zum massiven Treibsatz für die Betriebskosten.
Vier Faktoren verteuern Änderungen an monolithischem Steuerungscode drastisch:
- Unvermutete Seiteneffekte (Ripple Effect):
Durch globale Variablen, direkte Speicherzugriffe und undokumentierte Querverweise führt eine vermeintlich kleine Änderung an Modul A, z. B. das Anpassen einer Zylinder-Verzögerungszeit, unbemerkt zu Fehlverhalten im Anlagenbereich B. - Extremer Test- und Re-Validierungsaufwand:
Da Logik und Hardwareansteuerung nicht entkoppelt sind, muss für jede Anpassung das gesamte Programm neu kompiliert und auf die Steuerung übertragen werden. Bei qualitäts- oder sicherheitsrelevanten Anlagen zieht das zeitintensive Re-Validierungen der gesamten Prozesskette nach sich. - Stillstandskosten während der Einspielung:
Änderungen im Monolithen lassen sich selten isoliert im laufenden Betrieb testen. Die Fehlersuche und das Feinschliff-Debugging finden direkt an der physischen Maschine statt – was wertvolle Produktionszeit blockiert. - Wissensträger-Dominanz:
Monolithische Codebasen hängen oft am impliziten Wissen einzelner SPS-Programmierer. Fehlen diese Personen, greift in der Instandhaltung das Prinzip „Never touch a running system“ – notwendige Prozessoptimierungen unterbleiben aus Angst vor unkalkulierbaren Ausfällen.
Der Schlüssel zur Kostenreduktion:
Durch die Kapselung von SPS-Funktionen in atomare, isolierte Skills wird ein Monolith aufgebrochen. Die SPS führt nur noch deterministische Einzelaufgaben aus. Die veränderliche Prozesslogik wandert nach oben – Anpassungen betreffen somit nur noch die Orchestrierungsschicht und lassen das Fundament der Anlage unberührt.
Skill-basierte Automatisierung
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