Die exportgetriebene deutsche Industrie steht weiter unter Druck; ein neuer Supply Chain Pulse Check von Deloitte macht wenig Hoffnung. Möglicherweise ergeben sich neue Chancen aus den Freihandelsabkommen in Asien und Südamerika. Auf jeden Fall benötigen Unternehmen Risk Monitoring sowie eine Optimierung der Lieferketten.
Das Wachstum deutscher Industrieexporte wird sich bis 2035 weiter verlangsamen; Unternehmen müssen ihre internationalen Absatzmärkte neu ausrichten. Das ist das zentrale Ergebnis eines neuen Supply Chain Pulse Checks der Marktbeobachter von Deloitte in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) sowie der International Service Logistics Association (ISLA).
Der Check 2026 zeigt dafür neue Chancen in Europa, Asien, Südamerika und weiteren Ländern des globalen Südens auf, die durch neue Freihandelsabkommen und veränderte Handelskorridore Alternativen zu den stagnierenden Märkten in den USA und China bieten. Industrieunternehmen sollten dafür mithilfe von Risk Monitoring und geopolitischen Szenariomodellen resilientere Absatz- und Lieferkettenstrategien entwickeln.
Zentrale Ergebnisse
Deutsche Industrieexporte wachsen in den nächsten zehn Jahren nur halb so stark wie in der vergangenen Dekade: Die weltweiten Industrieexporte Deutschlands erreichten in den zurückliegenden zehn Jahren (2015–2025) ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 2,1 Prozent. Die aktualisierte Prognose für die nächsten zehn Jahre (2025–2035) erwartet eine Export-CAGR von nur 1,3 Prozent, was fast einer Halbierung der jährlichen Wachstumsrate im Vergleich zur Vorperiode entspricht. Dieses schwache Wachstum unterstreicht die Dringlichkeit für die deutsche Industrie, ungenutzte Potenziale künftig noch stärker auszuschöpfen.