Bis 2035 werden mit digitalen Produktpässen voraussichtlich 6,34 Milliarden Dollar umgesetzt, eine neue Studie von Dimension Market Research sieht neben Europa auch Japan und die USA vorangehen.
Der Markt für digitale Produktpässe wird sich zu einem entscheidenden Technologiesegment entwickeln, zeigt uns eine neue Studie von Dimension Market Research. Von heute 379,4 Millionen Dollar soll er bis zum Jahr 2035 auf 6,34 Milliarden Dollar anwachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 36,7 Prozent entspräche.
Europa ist laut Studie führend in diesem Markt, angetrieben durch strenge Umweltauflagen und starke Initiativen zur Kreislaufwirtschaft. Die Region sei entsprechend Vorreiter bei der Implementierung von Standards zur Produktrückverfolgbarkeit und damit ein Zentrum für Innovation und Compliance-getriebene Einführung.
Das ESPR zwingt die Anwender zur Einführung
Einer der wichtigsten Katalysatoren ist die EU-Verordnung über nachhaltiges Produktdesign (ESPR), die die Einführung digitaler Produktpässe in zahlreichen Branchen vorschreibt. Da Batteriepässe ab 2027 verpflichtend werden und bis 2028 auf Textilien und Elektronik ausgeweitet werden, investieren Unternehmen verstärkt in eine konforme digitale Infrastruktur. Zudem drängen wachsende Bedenken hinsichtlich Produktfälschung, Nachhaltigkeit und ethischer Beschaffung Unternehmen dazu, Rückverfolgbarkeitslösungen einzuführen. Unternehmen nutzen digitale Pässe, um Transparenz zu gewährleisten, die Nachvollziehbarkeit der Lieferkette zu verbessern und ESG-Berichtsstandards zu erfüllen.
Die Studie nennt drei aktuelle Entwicklungen, die die Marktdynamik verdeutlichen:
• Im März 2026 brachten BASF, BMW und Siemens „Path.Era“ auf den Markt, eine digitale Batteriepass-Plattform, die den EU-Vorschriften entspricht.
• Im Februar 2026 führte die Hashgraph Group, die Organisation hinter dem Hedera Hashgraph Netzwerk, „TrackTrace“ für die sichere Produktrückverfolgbarkeit ein. TrackTrace ist eine spezialisierte Software-Lösung, die auf der Distributed Ledger Technologie (DLT) – einer fortschrittlichen Form der Blockchain – basiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Datenbanken werden Informationen bei Hedera Hashgraph dezentral und unveränderlich gespeichert.
• Im September 2025 nahm das deutsche Software-Unternehmen Ovido in einer Finanzierungsrunde 2,4 Millionen Euro ein, um Compliance- und Rückverfolgbarkeitslösungen zu erweitern.
Neben Europa schieben auch Japan und die USA an
Aber nicht nur Deutschland und Europa preschen vor, auch in Japan und den USA will man Produkte digital verfolgen: Asien-Pazifik entwickle sich aufgrund der rasanten Industrialisierung und der zunehmenden Verbreitung intelligenter Fertigungstechnologien zur am schnellsten wachsenden Region. Länder wie Japan erleben ein beschleunigtes Wachstum, unterstützt durch staatliche Initiativen und ein steigendes Bewusstsein für Produktauthentizität. Auch die USA verzeichneten ein stetiges Wachstum, angetrieben durch zunehmende Investitionen in digitale Lieferkettenlösungen und Technologien zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben.
Digitaler Produktpass: Definition und Umfang
Ein digitaler Produktpass ist ein strukturierter digitaler Datensatz, der wichtige Produktinformationen wie Materialzusammensetzung, Herkunft, Zertifizierungen und Umweltbilanz enthält. Im Gegensatz zu herkömmlichen Trackingsystemen ermöglicht er den Datenaustausch in Echtzeit und interoperabel entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies ermöglicht es Unternehmen, nicht nur Compliance-Anforderungen zu erfüllen, sondern auch die operative Transparenz und Entscheidungsfindung zu verbessern. Produktdaten entwickeln sich somit von einem passiven Datensatz zu einem aktiven strategischen Vermögenswert.
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